Abdulhadi Al Khawaja
Bahrain

Der dänisch-bahrainische Menschenrechtsaktivist, Gründer des bahrainischen Zentrums für Menschenrechte und ehemalige Koordinator der internationalen Menschenrechtsorganisation Frontline verbüsst eine lebenslange Freiheitsstrafe im Gefängnis von Jaw.

Abdulhadi Al-Khawaja wurde am 9. April 2011 ohne Haftbefehl festgenommen und dabei sexuell misshandelt. Er kam in Incommunicado-Haft und wurde gefoltert, bevor er am 8. Mai ein erstes Mal einem Richter vorgeführt wurde. An diesem Tag erschien er ganz entstellt zur Gerichtsverhandlung. Laut seinen Angehörigen war eine genähte Wunde über dem linken Auge besonders auffällig. Seine linke Gesichtshälfte war geschwollen. Er erklärte ihnen, dass er sich wegen eines Kieferbruchs im April einem vierstündigen chirurgischen Eingriff habeunterziehen müssen.

Am 22. Juni 2011 verurteilte ihn das Staatssicherheitsgericht von Bahrain auf der Grundlage unter Folter erzwungener Geständnisse wegen versuchten Umsturzes der Monarchie und Anstiftung zum Hass gegen das Regime zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Mit ihm wurden zwölf weitere bahrainische politische Oppositionelle und Menschenrechtsaktivisten verurteilt. Sie alle wurden aufgrund ihrer Beteiligung an der Protestbewegung, die Mitte Februar 2011 im Kontext des Arabischen Frühlings entstanden war, verfolgt.

Das Staatssicherheitsgericht und später Zivilgerichte haben das Urteil mehrfach bestätigt. Es gab keine Untersuchung wegen der Foltervorwürfe, obwohl die vom König im Jahr 2011 gegründete und aus internationalen Experten zusammengesetzte unabhängige bahrainische Untersuchungskommission diese Vorwürfe bestätigt hat.

Nach sechs Jahren Haft unter unmenschlichen und entwürdigenden Bedingungen verschlechtert sich der Gesundheitszustand von Abdulhadi Al-Khawaja zusehends. Er ist schon mehrfach für einen längeren Zeitraum in Hungerstreik getreten, um die Haftbedingungen für die Gefangenen und die Schikanierung von Menschenrechtsaktivisten in Bahrain anzuprangern. Jedes Mal kam es nach dem Streik zu Repressalien. Er hat unsere Unterstützung nötiger denn je.

WAS KÖNNEN SIE TUN?

Sie können einen Unterstützungsbrief an Abdulhadi Al-Khawaja schreiben, wenn möglich auf Englisch:

ACAT-France
Action Abdulhadi Al Khawaja
Responsable Maghreb / Moyen-Orient
7, rue Georges Lardennois
75019 Paris

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